Exkursionen

Exkursionen führen unsere Mitarbeiter zu verschiedenen Themen für jeweils „passende Zielgruppen“.
Dabei können wir auch gern auf Ihre Wünsche eingehen – fragen Sie nach!
Ziel einer Exkursion ist die anschauliche und möglichst interaktive Vermittlung eines Themas im Gelände. Sie erhalten Informationen und Fragestellungen, machen Beobachtungen und teilen Ihre Gedanken und Fragen. Dabei legen wir je nach Thema und Zielgruppe zwischen 1 und gut 10 km zurück. Fragen Sie nach und melden Sie sich an: veranstaltung@dreichen.de!

Wie reagiert der Wald auf den Klimawandel? Wasserkraft und was bedeutet der Klimawandel für die Wasserverfügbarkeit? Was bedeutet Wald für den Wasserkreislauf? Wir erleben Wald, Wasser und Klima mit allen Sinnen!
Ändert sich das Spektrum der Tier- und Pflanzenarten durch wärmeres Klima? Wie gehen Tiere und Pflanzen mit Klima-Änderungen um? können wir die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten fördern und selbst auf Veränderungen vorbereitet sein?

Start und Ziel ist vorzugsweise das Umweltbildungszentrum Drei Eichen oder das Besucherinformationszentrum Schweizer Haus.

Hier gibt es einige Anregungen zu möglichen Touren:

Dazu auch ein kleiner Erfahrungsbericht zum „Reinschnuppern“ in eine Exkursion:

Drei-Mühlen-Rundweg – Fachexkursion

Patrick Steuck

Die Exkursion zum Thema Nachhaltigkeit startete in Drei Eichen. Das Ziel war eine Rundtour durch das Naturschutzgebiet Stobbertal mit Zwischenstopps an drei ehemaligen Wassermühlen. Die Gruppe sollte die Natur und Landschaft entdecken und genießen sowie über Themen wie Naturschutz, Nachhaltigkeit und die Folgen des Klimawandels für die Region informiert werden. Daraus resultierende Diskussionen während der Wanderung waren erwünscht. Die Teilnehmerinnen trafen den Leiter der Veranstaltung am Nachmittag in Drei Eichen, von wo die Exkursion bei frischem Frühlingswetter startete.

Ein QR-Code im Wald erregte gleich die Aufmerksamkeit der Gruppe. Dieser verweist auf die Sauener Forst GmbH, die sich mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung beschäftigt. Nahe Drei Eichen wird eine abgesteckte Waldfläche als Versuchsfläche für eine zukünftige, klimagerechte Aufforstung genutzt. Einige Teilnehmerinnen nutzten ihre Smartphones, um mit Hilfe des QR-Codes mehr Informationen zum Projekt zu erhalten.

Nicht weit hinter der Versuchsfläche stapelten sich rechts und links des Weges entastete Baumstämme. Der Geruch von frisch geschlagenem Holz lag in der Luft. Die Gruppe lief zwischen dem frischen Holzschlag hindurch und inhalierte dabei den ölig-harzigen Duft des Kiefernholzes.

Foto: frische Holzstapel (Abbildung 1)

Als nächstes erreichten die Teilnehmerinnen der Exkursion die Pritzhagener Mühle, genauer den Standort der ehemaligen Mühle, wo einige Feldsteine das Fundament einer früheren Anlage erahnen lassen. Das Interesse der Gruppe galt aber der Fischtreppe im Stobber, welcher hier eine Stufe über ein Wehr nach unten fließt. Das Bauwerk war frisch aufgeräumt und gesäubert. Alle möglichen Fische, etwa die Bachforelle oder der Hecht, sollen hier mithilfe der Fischtreppe oder des Fischpasses die Staustufe überwinden können. Dies gelingt ihnen durch die längere Fließstrecke mit vielen großen Steinen, an denen sich beruhigte Zonen ausbilden, von wo aus sie dann das nächste Stück bergauf schwimmen können, bis das gesamte Gefälle überwunden ist.

Die Wandergruppe machte eine Brotzeit. Eine Teilnehmerin entdeckte am Stobber eine Libelle. In diesen Tagen war es gefühlt schon recht warm, weshalb die Gruppe die ersten Insekten beobachten konnte.

Weiter ging es durch das Stobber-Tal, vorbei an Weiden mit ihren Weidenkätzchen, mit ersten Schnecken am Boden und an den Bäumen und abwechselnd Nadel- und Laubwäldern auf den Hängen des Tals. Die Wandergruppe durchquerte eine kleine Schlucht mit dem Namen „Hölle“. Es handelt sich um eine ausgeprägte Kehle, einer tief in den Rand des sog. Buckower Kessels eingeschnittenen Kerbe, die ein Relikt der letzten Kaltzeit ist. Wiederholt wiesen Schilder auf das Fledermausmuseum in Julianenhof hin, einer NABU-Fledermaus-Station auf der Märkischen Höhe. Diese öffnet ihre Pforten aber erst ab Mai für Besucher.

Foto: Schnecke (Abbildung 2)

Als die zweite ehemalige Wassermühle, die Eichendorfer Mühle schon in Sichtweite war, entdeckten die Teilnehmerinnen in einem überfluteten Wald mehrere Bäume mit deutlichen Bissspuren des Bibers. Ein Baum überraschte die Teilnehmerinnen der Gruppe dabei gleichermaßen, denn das Werk des Bibers war hier schon dermaßen fortgeschritten, dass der Baum jeden Moment zu kippen drohte. Aufgeregt passierten sie den „Tatort“, nicht ohne Beweisfotos für die Kraft der Nagetiere und der gleichzeitigen Standhaftigkeit des Baumes zu machen.

Foto: frische Biberspuren (Abbildung 3)

Die Eichendorfer Mühle bietet einen offenen Garten an, wo die Gruppe eine Pause machte. Die Mühle wurde 1343 errichtet und diente zeitweise zum Getreidemahlen oder Holzsägen. Für lange Zeit war die Mühle im Besitz der adligen Familie von Eichendorff. Das Hauptmühlengebäude ist noch fast vollständig erhalten. Doch das Mühlrad fehlt. Stattdessen erzeugt heute ein mit Wasser angetriebener Generator Strom für die Hausbewohner. Das Gebäudeensemble beherbergt mittlerweile ein Therapiezentrum für Menschen mit Suchterkrankungen.

Foto: Pause bei der Eichendorfer Mühle (Abbildung 4)

Nach der Pause tauchten wir in anfangs lichtdurchflutete und später dichte Kiefernwälder ein. Wir lernten etwas über die Folgen der monotonen Forstwirtschaft und wagten einen Ausblick in die zukünftige Zusammensetzung der Wälder, mit klimaresistenten Baumarten. Schließlich durchwanderten wir den Kiefernwald für eine Dauer von etwa 15 Minuten völlig wortlos und auf unsere Sinne konzentriert. Die Teilnehmerinnen sollten die Chance nutzen, alle Eindrücke des Waldes bewusst und ungestört in sich aufzunehmen und die daraus resultierende innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu erfahren. Der Wald bietet so viele Möglichkeiten.

Bald darauf näherten wir uns wieder Drei Eichen. Die Gruppe begann zu beschleunigen, in Vorfreude auf eine Tasse heißen Tee. Kurz vor Schluss entdeckten die Teilnehmerinnen noch die große Biberburg am Mühlenfließ, woraufhin alle voller Begeisterung ihre Smartphones zückten um Fotos zu schießen. Mit kurzem Abstand folgte die Alte Mühle, das dritte ehemalige Wassermühlenbauwerk auf unserem Weg. Ursprünglich eine Zisterzienser-Gründung von 1253. Dann hatten wir es geschafft! Wir waren zurück in Drei Eichen.

Alle Fotos Patrick Steuck

Und neugierig geworden? 😉